Club Dada

ICH FÜRCHT MICH NICHT VOR GROSSEN TIEREN -
NUR VOR VERSCHWINDEND KLEINEN VIREN.

SAUBÄR

Der Saubär saugt saugierig,
was schmutzig ist und schmierig.
Er saugt und saugt den Staub
echt tierisch mit Verlaub.
Und auch den ärgsten Dreck
saugt sauber er hinweg.
Ja, sauber ist der Saubär
drum heißt er auch
Staubsauger.

UNGEDULD IST EINE RATTE

Ungeduld ist eine Ratte.
Und sie rattert auf der Platte,
rattert fest auf der Festplatte.
Macht das Hirn weich -
so wie Watte.

Ungeduld ist eine Ratte,
die ich von Geburt an hatte.
Ungeduld, du nimmersatte
ganz enthemmt ohne Krawatte,
ohne Slip und Untergatte.

Ungeduld ist eine Ratte
Dampfend heiß wie Café Latte.
Dampft dahin als Kriegsfregatte
Über's Meer der Nervenkrisen,
wo oft wehen Psycho-Brisen.

Ungeduld, du rabiate!
Aus jetzt!
Schluss -
mit der Debatte!

KARL SCHWEINS

Wie rief ihn die Kinderdame?
Karli Schweinsohr war sein Name.
Böse Kinder im Kindergarten.
Ihn oft auch als Schweinsfuß narrten.
Schweinskopf hieß er an der Uni
Rückgrat hat er wie ein Flummi
Toll jedoch ist die Frisur -
Schweinisch stylish - sag ich nur.

Karl, ach mein Karl Heinz!
Warum gingst Du nicht nach Mainz?
Schweinitz, Schweinfurt, Rüsselsheim?
Schweinisch wär das doch und fein!
Doch du bliebst daheim in Kärnten,
dann in Wien, im weit entfernten.
Frau'n & Freunderln sind Dein Fall,
Glitzer, Glamour und Kristall.

Schweinisch, schleimig, selbstbewusst
Hattest Du auf Homepage Lust.
Und wie wird denn die bezahlt?
Nicht vom eigenen Gehalt!
Nein - die Freunderln richten das.
Freunderln haben, das macht Spaß!
Freunderln hin und Freunderln her -
So wird man heute Millionär.

LIED DER SCHWEINE

Wir fressen uns satt, wir fressen uns dick,
wir fressen uns dumm und dämlich.
Ein dicker Bauch, der ist doch schick,
wir sind die schicksten nämlich.

Wir nehmen alles, was uns gefällt,
ohne zu fragen nämlich -
und jeder, der sich anders verhält,
ist dünn und dumm und dämlich.
Kritik, die stört uns überhaupt nicht -
solang es uns gut geht nämlich.

So schick, so dick, nicht dämlich
Raffen wir alles, was uns gefällt -
Auch wenn es uns den Gusto vergällt.
Den Gusto auf noch mehr nämlich.

Eine einzige Sorge haben wir -
Daß uns der Schlächter erwischt!
Und daß er uns als Schinken und Wurst
Noch schickeren, dickeren Schweinen
Zum üppigen Mahle auftischt.
Das wäre sehr störend nämlich.

DAS YAK

Das Yak, das Yak,
das ist auf Zack.
Hat einen Schwanz
als Fliegenprack.

FETTE ROZZN

Überall knotzen
Gaunz fette rozzn.
Und die federn stauben
Von de bledn taub'n.
Und jede stiagn
Is schwoaz von de fliagn.
Zehntausend ameisen
Kräun über de speis'n.
Des brot hod an füz
Von schimmelpüz
Und unterm tisch
Wurln de süberfisch.
Geh moch ka tamtam -
Daham is daham!

VERSCHIMMELT

Es fault und gärt,
treibt seltsame Blüten,
es sprießt und wächst
und tut überall wüten.
Es hilft kein Spray,
keine Desinfektion.
Denn überall wächst
der Schimmel schon.
Verschimmelt, verpimmelt, verdammt und verschissen,
wer Geld hat, der leistet sich kein Gewissen.
Verlogen, verludert, verarscht und verkommen,
sind die, die sich in den Blitzlichtern sonnen.
Ganz haarig und weiß
oder grau und grün.
So sieht man Pilze
und Schimmel blühen.
Mal sind sie schwarz
Oder rot oder braun
Es schimmelt, wohin
meine Augen schauen.
Verschimmelt, verpimmelt, verdammt und verschissen,
wer Geld hat, der leistet sich kein Gewissen.
Verlogen, verludert, verarscht und verkommen,
sind die, die sich in den Blitzlichtern sonnen.
Der Schimmel, die Pilze
nehmen überhand.
In der Stadt, im Bezirk
Im ganzen Land.
Sie schleichen sich leise,
ganz leise ein.
In Wirtschaft, Gesellschaft
In jedes Heim.

ÖLSARDINEN

Ölsardinen in der Dose.
Dazu kurze Lederhose,
Kurzhaarschnitt
und auch Sandalen
waren meine Kindheitsqualen.

Ölsardinen ignorieren.
Wenn Sardinen,
dann fritieren.
Anders ess ich sie nicht mehr -
Fische gibt's wie Sand am Meer.

Doch dann kam der große Schreck:
Ölsardinen - they are back!
Denn im Golf von Mexico
schwimmen sie im Öl jetzt froh.
Und auch Thunfisch, Snapper, Hai
sind im Öl voll mit dabei.
Ölig ist der Pelikan
Auch die Möwe kommt jetzt dran.
Ölmuscheln und schwarze Shrimps -
ja die gibt es neuerdings.

Geh ich in ein Esslokal
Fragt der Kellner jovial:
Womit darf ich heute dienen -
wollen Sie frische Ölsardinen?

MIZZI FEKTER & HANNIBAL LECTER

Inguscheten und Kasaken
Serben und die Bosniaken
Schlimme Sikhs und Pakistani
Die wollt Mizzi ja schon gar nie.

Weg da, weg da, sagt die Fekter
Weg da, weg da mit dem Dreck da
Ja, das sagt die Mizzi Fekter.

Keniaten und Turkmenen
Und natürlich auch Tschetschenen
Indianer, Inuit
Auch die mag die Fekter nit.

Weg da, weg da, sagt die Fekter
Weg da, weg da mit dem Dreck da
Ja, das sagt die Mizzi Fekter.

Und was sagt Hannibal Lecter?
Böse nur die Lippen leckt er
Und sagt leise: Weg da, weg da!
Ich fress alle, auch die Fekter.

Mir graust nicht einmal vor Strache
Mir graust nur vor seiner Sprache.
Aber Mizzi, diese Fekter
Ja, die find ich äußerst lecker.

Weg da, weg da, mit der Fekter
Weg da, weg da, mit der Fekter
Ja das sagt der Doktor Lecter.

Eat the Bankers

Nichts zum Essen, nichts zum Beissen
Nichts kann euch heraus noch reissen?
Völlig broken, völlig blank
No more money, abgebrannt?

Eat the bankers, eat them all
Fresst euch endlich einmal voll
Eat the bankers! Fresst sie auf
Und gebt kräftig Ketchup drauf!

Wetzt die Messer, zückt die Gabeln
Holt die Fesseln und die Kabeln.
Jagt die Banker, halali!
Ab mit ihnen ins Menü!

Große Fische rausgefischt,
Aufgekocht und aufgetischt
Maßanzug ganz knusprig fein -
So soll Banker Braten sein.

Ausgestopft, in Speck gehüllt
Und mit Pflaumen fein gefüllt
Edles Schuhwerk mariniert
Wird als Beilage serviert

Eat the bankers, eat them all
Fresst euch endlich einmal voll.
Eat the bankers! Fresst sie auf
Und gebt kräftig Ketchup drauf!

Rosengärtchen

Ich hab' ein stilles Gärtchen,
dort sperr' ich mich gern ein.
Da züchte ich Neurosen
für mich, für mich allein.

Die spitzgeschwung'nen Dornen
verursachen mir Schmerz.
Und wenn mein Finger blutet,
dann blutet auch mein Herz.

Inmitten der Neurosen
bin Gärtner ich und Bock
und pflege meine Pflänzchen
im Irrenanstaltsrock.

Burnouthalle

Willkommen in der burnout-halle
Willkommen in der globalisierungsfalle
Willkommen im obdachlosenheim
Willkommen im unbeschäftigsein
Wilkommen beim weltwirtschaftsknall
Willkommen beim börsenkursverfall
Willkommen bei krachenden konzernen
Willkommen beim nutzlosen griff nach den sternen
Willkommen in der wirtschaftskrise
Willkommen auf der blutigen blutwiese
Willkomen bei staatlichen interventionen
Willkommen bei gekürzten pensionen
Willkommen bei tränen und schweiß
Willkommen bei unbedanktem fleiß
Willkommen bei wertlosen wertpapieren
Willkommen beim grenzenlosen investieren
Willkommen bei madoff, meinl & co
Willkommen, tapeziert euch eure papiere am klo
Willkommen euch allen, deren geld ist alle.
Willkommen in der burnout-halle.

Lügen haben lange Beine,

haben Menschen
an der langen Leine,
wenn sie mit uns
Gassi gehen.
Wenn Sie an der Ecke stehen,
netzbestrumpft und unbeschlumpft.
Uns verlocken,
uns verführen
hinter fest verschlossnen Türen.
Lügen haben lange Beine,
frisch rasiert
und Haare keine.
Zehennägel leuchtend rot -
ja das macht die Wahrheit tot.
Ja, das prickelt,
das erregt,
wenn das Lügen locker geht.
Wenn die nackten, langen Beine
sich gar spreizen,
räkeln, strecken
kann die Wahrheit sich verstecken.
Wollbestrumpft und säuerlich
wirkt sie alt und kümmerlich.

Nackte Wahrheit - danke nein!
Lieber lüg ich,
bin ein
Schwein.

Tiffany & Co

Ein fetter Strahl
dunkelgelbes Pipi
plätschert am Eingang
von Tiffany.
Danach beutelt mein Hund
seinen Penis ab
und trottet gemütlich
den Kohlmarkt hinab.

Ein Stückchen weiter
bei Luis Vuitton
gibt es ein großes
Lackerl schon.
Er schnüffelt das Lackerl
gewissenhaft ab
und pischt dann drüber -
nicht zu knapp.

Nun steuert er zu
auf das Eck von Cartier.
Doch was seh ich dort -
Oh Schreck, oh je!
Ein Hundehaufen
liegt neben der Tür.

Da muss ich grinsen,
kann's mir nicht verkneifen -
erstaunlich, was Hunde instinktiv begreifen.

Gier

Die Gier
Ist ein Pläsir,
Dem sich Menschen hingeben
Wie sonst nur dem Bier.
Oder dem Likör oder dem Wein.
Die Gier ist ein Rauschmittel,
Sie macht den Menschen zum Schwein.
Die Gier
Ist in mir.
Und in dir und in uns und
Immer und überall.

Die Gier
Hüllt sich gerne in feines Tuch
Teures After Shave, das ist oft ihr Geruch.
Die Gier ist wie ein Karzinom
Die Gier setzt Menschen unter Strom
Die Gier macht süchtig wie Heroin
Und größenwahnsinnig wie Kokain.
Die Gier ist Brunft -
Pure Unvernunft.
Brünftige Menschen, Banker und Investoren
Vor Gier ganz geil,
Dumm wie die Toren
Hecheln und lechzen
Nach mehr immer mehr.
Und vergessen die simple Frage:
Woher?

Alles verboten

Rauchen verboten!
Kein Sex vor der Ehe!
Wasser statt Wein,
keine menschliche Nähe.
Alkoholfreies Bier,
Salat statt Steak.
Kein schmutziges Wort!
Keine Obszönität!

Alles verboten, alles verpönt!
Die ganze Welt wird jetzt entwöhnt
von Alkohol und Nikotin
Spaß und Sex und Koffein.
Alles verboten, alles verpönt!
Die ganze Welt wird jetzt entwöhnt
von Alkohol und Nikotin
Spaß und Sex und Koffein.

Keuschheit, Askese, Abstinenz
und Freudlosigkeit als Quintessenz.
Diese vier apokalyptischen Reiter
sind unsere neuen Wegbegleiter.

Alles verboten, alles verpönt!
Die ganze Welt wird jetzt entwöhnt
von Alkohol und Nikotin
Spaß und Sex und Koffein.
Alles verboten, alles verpönt!
Die ganze Welt wird jetzt entwöhnt
von Alkohol und Nikotin
Spaß und Sex und Koffein.

Blumen Blues

Baby, Baby, Baby
ich hab' den Blumen Blues
Baby, Baby, Baby
ich hab' den Blumen Blues
Ich schick Dir tausend Rosen
und einen zarten Kuss

>Baby, Baby, Baby
ich hab' den Strumpfband Blues
Baby, Baby, Baby
ich hab' den Strumpfband Blues
Ich schick Dir schwarze Strümpfe
und einen geilen Kuss

Baby, Baby, Baby
ich hab' den Leder Blues
Baby, Baby, Baby
ich hab' den Leder Blues
Ich schick Dir eine Peitsche
und einen strengen Kuss

Magic days

Es ist verrückt, es ist ein Rausch,
wie Chloroform im Wattebausch.
Es summt in dir ein Dauerton,
es brüllt aus einem Megaphon.

Es trampelt in dir wie ein Gnu
und rennt im Sturmschritt auf dich zu.
Es reißt dich runter von dem Stuhl,
und suhlt dich in dem Sündenpfuhl.

Es ist aus Stahl und schmilzt in dir,
es krabbelt 'rum wie ein Getier.
Es fließt dahin so glänzend blank,
heißer als jede Sonnenbank.

Es fühlt sich an wie Vaseline,
es summt und sticht wie eine Biene.
Es kriecht ganz langsam durch dein Blut,
es tut so tierisch, tierisch gut.

Magic days are back again
And sunshine follows storm & rain
Magic days are back again

Alle Texte: Copyright by Gerhard Loibelsberger

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